Institut für Psychologie
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Historisches    
Geschichte der Psychologie an der Universität Leipzig
Psychologietradition in Leipzig  Institutsentwicklung ab 1917
Die Tradition der Psychologie an der Leipziger Universität lässt sich weit zurückverfolgen. Sie ist mit den Namen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), Christian Thomasius (1655-1728) und Christian Wolff (1679-1754) verbunden. Von den Genannten erhielt nur Thomasius in Leipzig eine Professur. Leibniz verließ Leipzig, nachdem ihm die Promotion verwehrt worden war, Wolff habilitierte sich 1703 in Leipzig und folgte 1707 einem Ruf nach Halle. Ihre psychologischen Ideen und Werke gewannen jedoch in Leipzig maßgeblichen Einfluss - Andreas Rüdiger (1673-1731) und Christian August Crusius (1715-1775) lehrten Psychologie in ihrem Sinne oder in Auseinandersetzung mit ihnen (insbesondere mit Wolff).
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewann die Philosophie Kants Einfluss, v.a. über Friedrich August Carus (1770-1807) und Ernst Platner (1744-1818), letzterer hatte sowohl eine Professur für Physiologie als auch für Philosophie inne. Ab 1842 wurde Psychologie vorwiegend von dem Herbartianer Moritz Wilhelm Drobisch (1802-1892) vermittelt.

Schüler Platners waren Carl Gustav Carus (1789-1869) und Ernst Heinrich Weber (1795-1878). Carus stand der romantischen Medizin nahe, für die Psychologie wurde v.a. sein genetischer Ansatz bedeutsam. Mit Weber begann an der Leipziger Universität experimentelle Forschung im Grenzgebiet von Physiologie und Psychologie. Da seine Untersuchungen von grundlegender Bedeutung für die Herausbildung der experimentellen Psychologie waren, nannte Wundt ihn „Vater der experimentellen Psychologie“. Gustav Theodor Fechner (1801-1887) erkannte in Webers Entdeckung der Konstanz der Unterschiedsschwelle die erste Bestätigung seiner Idee des psychophysischen Grundgesetzes (Weber-Fechnersches Gesetz), nannte es Webersches Gesetz und räumte Weber einen wichtigen Platz in der Begründung der Psychophysik ein. Fechner, seit 1823 Mitglied der Philosophischen Fakultät, hielt ab 1846 Vorlesungen über Moralphilosophie und Naturphilosophie, ab 1857 über Psychophysik und ab 1864 über experimentelle Ästhetik.



Wilhelm Wundt


1874 sollte der seit 1866 vakante Lehrstuhl für Philosophie endlich wieder besetzt werden. Man hatte entschieden, den Lehrstuhl (und das Gehalt) zu teilen und zwei jüngere Professoren zu berufen. Die Wahl fiel auf Max Heinze (1835-1909) für Geschichte der Philosophie und Wilhelm Wundt (1832-1920) für die Richtung der Philosophie, die dem „neu erwachten Bedürfnis entspreche, dem Einfluss der Naturwissenschaft auf die Philosophie Geltung zu verschaffen.
Im Oktober 1875 begann Wilhelm Wundt (siehe Foto) seine Lehrtätigkeit in Leipzig mit der Vorlesung: „Logik und Methodenlehre mit besonderer Rücksicht auf die Methoden der Naturforschung“. Von Beginn an hatte Wundt engen Kontakt zu Fechner, der selbst bis 1874 Vorlesungen an der Philosophischen Fakultät gehalten hatte, zuletzt zur „Vorschule der Ästhetik“. Mit ihm besprach er auch seinen Plan, ein psychologisches Institut zu gründen. Die Gründung des „Instituts für experimentelle Psychologie“ erfolgte 1879, zunächst als Privatinstitut. 1883 wurde es offizielles Universitätsinstitut mit einem festen Etat. Zu den ersten Teilnehmern gehörten: Granville Stanley Hall (1844-1924), Max Friedrich (geb. 1856), James McKeen Cattell (1860-1944), Alfred Lehmann (1858-1921), Hugo Münsterberg (1863-1916) und Emil Kraepelin (1856-1926).
Wundts Vorlesungen und Seminare und die Arbeiten im Laboratorium zogen Teilnehmer aus aller Welt an, Leipzig wurde zum „Mekka“ der neuen Psychologie.

In biographischen Dokumenten (Autobiographien, Nachrufen, Glückwunschadressen, Briefen) finden sich neben Erinnerungen an Wundt vor allem Hinweise auf Kontakte zu Wundts Assistenten und Doktoranden. Kurz gesagt: man kam nach Leipzig zu Wundt und traf eine Gruppe junger, engagierter und kreativer Enthusiasten aus aller Welt, deren Kontakte die Leipziger Zeit oft überdauerten. Gemeinsam entwickelten oder verbesserten sie Apparaturen und Versuchsabläufe.


So schreibt Kraepelin im ersten Band seiner Schriftenreihe Psychologischen Arbeiten: „Als im Winter 1879 über dem Convict zu Leipzig ein bescheidenes Zimmer eingerichtet wurde, welches ausdrücklich für psychologische Versuche eingerichtet war, da konnte Wilhelm Wundt, der Schöpfer dieses eigentlich nur privaten ”Institutes” schwerlich voraussehen, mit welcher außerordentlichen Geschwindigkeit sich die weitere Entwicklung des neuen Forschungsgebietes vollziehen werde. Einige wenige Schüler waren es, die in den ersten Jahren den jungfräulichen Boden unter mancherlei äußeren Schwierigkeiten, aber mit jener freudigen Unermüdlichkeit bearbeiteten, welche die experimentelle Psychologie in ihren Jüngern zu erzeugen pflegt.” Ebenso lebendig sind die Schilderungen Kraepelins in seinen Lebenserinnerungen, sie geben uns ein eindrucksvolles Bild der Begeisterung, mit der im Labor alle gleichermaßen beteiligt waren, Wundt selbst mittendrin, auch als Versuchsperson. Unbestritten schuf Wundt in den Anfangsjahren des Instituts eine kreative Aufbruchstimmung, seine anregenden Vorlesungen mit Demonstrationen vermittelten den Studenten die neue Psychologie im Rahmen philosophischer Lehre; im physiologischen Laboratorium hätten die Darstellungen nicht überrascht.




Wilhelm Wundt im Kreise seiner Schüler

Als Wundt 1917 vom Lehramt zurücktrat, hatte er für 184 Doktoranden das Erstgutachten geschrieben. Darunter waren 60 Ausländer, allein 18 aus den USA. Schwerpunkte der experimentellen Untersuchungen (85 Dissertationen) waren Fechners Psychophysik und Reaktionszeitmessungen.

Als Assistenten hatten unter Wundt gewirkt:
James McKeen Cattell
Ludwig Lange
Oswald Külpe (später Würzburger Schule)
August Kirschmann (später Kanada)
Ernst Meumann
Felix Krueger (1917 Nachfolger Wundts)
Friedrich Kiesow (später Italien)
Paul Mentz
Erich Mosch
Wolfgang Möbius
Wilhelm Wirth (ab 1908 Mitdirektor, als etatmäßiger ao Prof.f.“Philosophie, insbesondere Psychologie“)
Ernst Dürr
Otto Klemm
Paul Salow
Friedrich Sander

1912 waren am Institut folgende Abteilungen eingerichtet worden:
Abteilung für Psychophysik
Abteilung für experimentelle Phonetik und Sprachpsychologie
Abteilung der emotionalen Funktionen
Abteilung für Psychologie

Den Aufbau der völkerpsychologischen Abteilung hatte Wundt fest im Blick, offensichtlich verhinderte der erste Weltkrieg die Verwirklichung seiner Pläne.
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